Bei dem Wort Detektiv fallen einem als Erstes die Abenteuer von Sherlock Holmes und anderen Detektiven aus Filmen und Büchern ein. Der Alltag sieht anders aus als Privatdetektiv – da denkt man natürlich an Sherlock Holmes, an Philipp Marlowe, an Claus Matula und an deren Abenteuer beim Lösen kniffliger Fälle und Retten unschuldiger schöner Damen.
Natürlich sieht der Alttag eines Detektivs anders aus, deswegen aber nicht weniger spannend. Ist Detektiv ein Traumberuf? Fragt man Willy Schmidtmeyer, der bei einer der größten Detekteien Deutschlands arbeitet, so sagt er: „Ja und nein!“. Detektiv war für ihn kein Beruf, den er schon von Kindheit an ausüben wollte. Er „rutschte“ erst relativ spät in das Gewerbe, nachdem er einige Jahre in einer Rechtsanwaltskanzlei gearbeitet hatte. Die Kanzlei wurde geschlossen, und per Zufall fand er den Weg in eine Detektei.
Zuerst war er vor allem in der Verwaltung tätig, dann fing die Frontarbeit an, ihn zu interessieren. Er ließ sich schulen und wurde so schließlich ein waschechter Detektiv. Das ist er nun seit 35 Jahren. Während der Anfangszeit, erzählt er, waren vor allem scheidungsrechtliche Angelegenheiten sein Spezialgebiet. Nach Abschaffung des Schuldprinzips bei Ehescheidungen verlagerte die Detektei ihre Haupttätigkeit in Richtung Wirtschaftskriminalität.
Willy Schmidtmeyer empfindet die Arbeit als Detektiv sehr spannend, aber auch teilweise belastend. Gerade die Scheidungsfälle waren oft voll von menschlichem Leid, von dem er sich nicht völlig distanzieren konnte.
Detektive arbeiten heute in verschiedenen Berufsfeldern, wie im Bereich der Wirtschaftskriminalität, im Personenschutz, als Privatdetektive oder sogar in der Terroristenbekämpfung. Und natürlich auch im Kaufhaus, als Detektiv mit der Aufgabe, Ladendiebe aufzuspüren. Ob sich die Tätigkeit als Traumberuf bezeichnen lässt, muss der künftige Detektiv wohl selbst wissen.
