Der Begriff der Tracht stammt aus dem mittelniederdeutschen Sprachgebrauch. Das ursprüngliche Wort „dracht“ bedeutet übersetzt so viel wie „das, was getragen wird“. Im Allgemeinen bezeichnen die Trachten traditionelle oder historische Bekleidung, bzw. auch Teile davon.
Auch wenn bei der modernen Landhausmode diese Symbolik nicht mehr zu erkennen ist und ihr auch kein Stellenwert beigemessen ist, so haben sich doch die traditionellen Merkmale in Form und Schnitt erhalten. Auch das Dirndl ist, abgesehen von einigen modischen Ausreißern wie dem Mini Dirndl einmal abgesehen, auch heute noch in seinem Aussehen nach traditionellem Schnittbogen gefertigt.
Solche landes- oder regionstypische Kleidungen, die oft über eine sehr lange zeitliche Geschichte verfügen, gibt es auf der ganzen Welt. Heute wird zumeist auf das Tragen einer Tracht im Alltag verzichtet, nur bei festlichen Gelegenheiten werden Festtags-Trachten noch getragen. Diese Trachten sind meist sehr aufwändig und von Hand gearbeitet. So ist die Schwarzwälder Tracht mit dem Bollenhut beinahe weltbekannt.
Trachten sind Ausdruck meist dörflicher Gemeinschaften. Dabei steht aber nicht die Trägerin oder der Träger im Mittelpunkt. Die Tracht repräsentiert sowohl den gesellschaftlichen Stand und den Wohlstand bzw. den Besitz. Wer es sich leisten konnte, trug dies auch offen zur Schau. So zeigte die Anzahl der Knöpfe auf der Weste oder die Dichte der Falten bei den Röcken, wie wohlhabend der oder die Träger waren. Auch der Personenstand wurde anhand der Trachten deutlich gemacht. So zeigten vielfach Farben, Formen von Hüten oder Hauben an, wer verheiratet, ledig, verwitwet und/oder heiratswillig war.
